Überlebe

Nola ist tot: Jetzt gibt es nur noch drei weiße Nordnashörner

Die Welt ist ein armes Tier, das vom Aussterben bedroht ist, da das 1800 Pfund schwere Nashorn Nola am Sonntag seinen letzten Atemzug tat. Jetzt gibt es nur noch drei weiße Nordnashörner - und sie müssen permanent überwacht werden.

Das vierte nördliche weiße Nashorn der Welt starb nach einer Operation im San Diego Zoo Safari Park.

Die 41-jährige Nashorn-Frau Nola wurde wegen einer Infektion im Mund operiert. Die Operation verlief gut, aber danach wollte Nola nichts mehr essen. Schließlich mussten ihre Hausmeister das alte Tier besprühen.

Hier hielt Nola im San Diego Zoo Safari Park noch immer ihr Horn hoch.

"Wir sind am Boden zerstört", schreibt der San Diego Zoo auf seiner Facebook-Seite. Und das zu Recht: Jetzt gibt es nur noch drei weiße Nordnashörner - und keines der Weibchen ist fruchtbar.

Nashorn am Rande des Aussterbens

Die drei leben im Naturschutzgebiet Ol Pejeta in Kenia. Das Horn des Mannes ist abgeschnitten, um Wilderer fernzuhalten. Alle drei Nashörner werden 24 Stunden am Tag von bewaffneten Rangern bewacht.

Das letzte Männchen des nördlichen weißen Nashorns lebt ohne Horn und wird ständig überwacht. Foto: Twitter // Ol Pejeta Conservancy

Die Anzahl der weißen Nashörner im Norden ist seit 1960 stark zurückgegangen. Zu dieser Zeit gab es in Zentralafrika noch rund 2000 Exemplare.

Seitdem hat ein Regen von Wilderergeschossen den Bestand dezimiert, weil in Asien eine unerschöpfliche Nachfrage nach traditionellen Medizinhörnern besteht.

Northern White Rhino bekommt Hilfe

Trotz Nolas Tod und der extrem geringen Population gibt es für das nördliche weiße Nashorn immer noch einen Hoffnungsschimmer: Der San Diego Zoo Safari Park hat fast 1,5 Millionen Euro für ein Zuchtprogramm mit künstlicher Befruchtung reserviert, um die Unterarten zu retten.

Der Tierpark hofft, nützliches Sperma vom letzten männlichen Nashorn in Kenia melken und damit Eier von verstorbenen Frauen befruchten zu können.

In der sogenannten Gefrorener Zoo Eier aus dem Park werden unter anderem von der weiblichen Nabire aufbewahrt, die im Juli dieses Jahres starb, als sie noch fruchtbar war. Leider ist die Qualität der Spermien des Mannes so schlecht, dass die Erfolgsaussichten gering sind.

Wenn ein anderes nordweißes Nashorn das Licht der Welt erblickt, geschieht dies durch künstliche Befruchtung. Foto: Wikimedia

Wenn das Befruchtungsprojekt erfolgreich ist, wird das Baby bei einer Ersatzmutter eines zahlreicheren Verwandten des nördlichen weißen Nashorns untergebracht: dem südlichen weißen Nashorn. Davon gibt es noch rund 20.000.

Nashorn ist wildes Spiel

Nicht nur das nördliche weiße Nashorn geht auf seinen letzten Beinen. Alle Arten, vom Schwarz- und Weißnashorn über das javanische bis hin zum Sumatra-Nashorn, spüren die Sicht der Wilderer auf sich. Lesen Sie mehr dazu in unserem Artikel:

GEFÄHRDETES NASENHORN

? Das nördliche weiße Nashorn (Ceratotherium simum cottoni) lebte ursprünglich im Tschad, im Sudan, in Uganda, im Kongo und in der Zentralafrikanischen Republik.

? 1960 gab es 2000 Exemplare, jetzt nur noch drei. Das letzte wilde weiße Spitzmaulnashorn wurde 2006 im Kongo erschossen.

? Wilderer verkaufen das Nashornpulver für 50.000 Euro pro Kilo. In Asien wird es als Krebsmedikament eingesetzt, obwohl es genau wie unsere aus Keratin hergestellten Nägel ist.

? Das nördliche weiße Nashorn kann 40 bis 50 Jahre alt werden und ist eine der beiden Unterarten des weißen Nashorns. Die andere, zahlreichere Unterart ist das südliche weiße Nashorn.

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